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Ja, als „Psycho“ hat man es nicht immer leicht ;-)!

Wenn früher ein nettes Party-Gespräch langsam den Punkt des Outing erreichte: „Und was machst du so beruflich?“, dann überlegte ich doch hin und wieder, wenigstens ganz kurz, ob ich diesmal sage: „Ich? Ich fahr Taxi!“ (Bei meiner Ortskenntnis wenig glaubwürdig….) Oder: „Och, mach grad ne Auszeit…!“ – Oder, mit leuchtendem Blick ob der Vorstellung: „Frisörin!“ (Mein heimlicher Traumberuf!)

Etwas jedenfalls, das man sich völlig stressfrei als eine ehrbare Dienstleistung ausmalen kann, die man auch selbst hin und wieder in Anspruch nehmen würde. Oder etwas so Vages, dass man einfach nicht weiter nachfragen mag…

Der Moment, wo ich, inzwischen aufrecht und mit offenem Blick sage: „Ich? Ich habe eine psychologische Praxis, hier in Hamburg am Mittelweg,“ ist (fast) immer ein Moment, wo mein Gegenüber subtil zusammenzuckt und man fast sichtbar das Feuerwerk an Assoziationen wahrnehmen kann, die das auslöst. Keine angenehmen, wie man anhand der Körpersprache vermuten darf – und dann liegt es irgendwie in höherer Hand, ob wir diesen Punkt meistern und das Gespräch nach einer Weile wieder in entspannten Bahnen verläuft oder ob es mit einigen höflichen Worten recht bald auseinanderdriftet.

Es ist leider kein Klischee, dass viele Menschen im Angesicht eines leibhaftigen Angehörigen der psychologischen Zunft von Unsicherheit erfasst ihrem eigenen Gefühl und Selbstverständnis nicht mehr trauen.

Sie fürchten, etwas falsch zu machen und „durchschaut“ zu werden. (Wieso sollte ich jemanden „durchschauen“ können oder wollen, ohne dass er/sie mir die Erlaubnis dazu gibt?! Und: Geht die Frisörin mit gezückter Schere zur Party, wenn sie sich am Samstagabend amüsieren will?!)

Wer nicht „durchschaut“ werden will, behilft sich natürlich auch leicht mit Abwertung: „Die haben doch selbst alle einen an der Klatsche!“ – Ach wirklich?! Abgesehen von dieser liebevollen Diktion für „den dringenden Wunsch nach mehr psychischem Wohlbefinden“ … natürlich haben wir Heilkundigen Themen und Probleme im Leben, ganz genau so viel oder wenig, wie jeder andere! Und stellen Sie sich vor: Auch wir gehen hin und wieder zum Therapeuten; zwar nicht so oft wie zum Frisör, aber es kommt vor. Und dennoch:

Das, was unsere Klienten beschäftigt, können wir außerordentlich gut begleiten. (Aus vielen Gründen.)

Was so seine durchaus komischen Seiten hat, ist in der Tiefe doch auch traurig. Öfter als einmal habe ich nach einem Abend, manchmal sogar von Bekannten, die mich schon lange „kennen“, gehört: „Ach, Psychologen können ja doch ganz nett sein.“- (Häh?!) Oder mir wurde, wenn ich über eigene Schwächen gesprochen hatte, das Wissen um Selbige im Konfliktfall zusammen mit meinem Beruf heftig um die Ohren gehauen. Schade!

Gern möchte ich antworten: Schaut ihr eigentlich hin, mit WEM ihr es grade zu tun habt? Schaut ihr auf den MENSCHEN? Das, was im Gespräch passiert? Das, was ihr FÜHLT, wenn ihr mit jemandem zusammenseid? Oder geht es nur um stereotype Bilder, die auf ein Stichwort hin abgerufen werden? So wie „die Deutschen“, „die Lesben“, „die Flüchtlinge“, „Katholiken“, „die Jugend“, „die Hamburger“ … ? (Ja, richtig, Vorurteile können jeden treffen, unerwartet auch mal einen selbst!) Aber was würde eine überhitzte Diskussion bringen?!

Was man als „Betroffener“ je nach Kontext und innerer Stimmung persönlich nehmen kann oder einfach als nicht realitätsgerecht an sich abperlen lässt, zeigt im Grunde auch etwas anderes:

Schenken wir alle nicht insgeheim Experten mehr Glauben als uns selbst? Sodass wir fürchten, es gebe etwas, das ein Profi an uns finden kann, und das uns unangenehm sein sollte? Und zeigt DAS nicht, dass wir uns selbst nicht wirklich kennen und vertrauen?

Willkommen in der Welt der Psychologie oder – besser noch– in der Welt der Meditation! Wir sind alle Menschen, und wir haben ALLE die gleiche Grundausstattung.

Ja, herzlich willkommen! Hier geht´s nämlich zur Menschlichkeit!

Ich weiß sehr gut, dass man, wenn man sich einem anderen Menschen öffnet, 110% auf dessen Integrität angewiesen ist. Mehr als einmal bin auch ich von anderen, auch von Therapeuten und Coaches pathologisiert und subtil entwertet worden. (Wir sind alle Menschen…!) Manches hat mich lange Zeit beschäftigt, bis ich endlich wieder frei davon wurde. Die Selbstverantwortung wird man eben auch als Klient nicht wirklich los – wo es schadet und keine Klärung geschieht, muss man gehen, egal wie schwer es fällt.

Dass aber allgemein noch immer (!) ein solch verzerrtes Bild über „uns“ und unsere Tätigkeit existiert, ist eigentlich schwer zu glauben. Erstens sind die Psychologen in ihrer Persönlichkeit und der Art, ihren Beruf auszuüben, genauso heterogen, wie jede andere Berusfgruppe und durchdringen doch irgendwie auch das gesamte gesellschaftliche Leben. Jeder müsste ein paar von ihnen persönlich kennen, irgendwo in der Nachbarschaft oder im Freundeskreis.

Zweitens haben heute bereits so viele Menschen psychologische Hilfe in Anspruch genommen und daher umfangreiche eigene Expertise – und noch viel mehr würden es gerne tun und haben entsprechend hunderttausend Fragen. Aber die wenigsten SPRECHEN darüber. Es ist noch immer ein Tabu.

Psychologische Arbeit ist jedoch entgegen landläufiger Vorstellungen für die meisten KlientInnen UND KollegInnen, die ich kenne, etwas wirklich Schönes! Eine Lebens- und Arbeitsform, die ihre Herausforderungen mitbringt, aber eine schöne Lebensqualität bereithält.

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  • Man erzeugt, wenn es gut läuft, in einer Sitzung gemeinsam Erleichterung, gute Gefühle, Erkenntnisse und Inspiration.
  • Man wendet sich ganz allgemein dem Schwierigen zu, ohne es zu unterdrücken oder darin unterzugehen. (Sehr erleichternd!)
  • Man lässt gemeinsam neue Wege entstehen.
  • Man akzeptiert Angst, Schwäche, persönliche Grenzen und eigenes Unvermögen als natürlichen Teil des Lebens, gleich neben ungeahnten Fähigkeiten, Kräften und starken, fröhlichen Seiten.
  • Man erlebt, was Halt in schwierigen Zeiten bewirken kann – Wunder nämlich.
  • Man erlebt urplötzlich ein Gefühl des Getragenwerdens, des Vertrauens „höher als alle Vernunft“, das neue Kraft gibt, ohne Bedingungen, und die nächsten Schritte möglich macht.
  • Man findet zu seinem Herzen und seiner Beziehungsfähigkeit zurück und kann manchmal wirklich dem ganzen Leben eine Wendung zum Guten geben.
  • Oder es ist – ganz unspektakulär – nach der Sitzung einfach ein bisschen besser und es geht gut weiter!

Und das gilt für den aktuell Ratsuchenden/Klienten/Patienten ebenso wie für den Coach/Therapeuten/ Lehrer auf der „anderen Seite“. Denn einen Teil der Bewegungen muss man immer auch im eigenen Inneren mitvollziehen. Es gibt keine einseitige „Heilung“, auch wenn beide Menschen völlig unterschiedlich sind und bleiben und gesunde Grenzen wahren.

Meine Zugehörigkeit zur Zunft der Heilberufe und professionellen Begleiter verweist also direkt und unmittelbar auf eine andere Welt, die viele Menschen aus Angst lieber ausblenden:

Die innere Welt!

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Gibt es eigentlich etwas Schöneres, Phantastischeres, Geheimnisvolleres als die innere Welt eines jeden? Und gibt es etwas Schwierigeres, Gefährlicheres, Bedrohlicheres?

Ja, wenn wir nach innen schauen, sind wir gefordert! Wir begegnen Altem, Unverständlichem und Bedrohlichem, das uns zum Verhängnis werden kann. Wir kennen uns kaum aus und haben keine Vorstellung, was wir damit anfangen sollen. Macht das alles nicht nur schlimmer?

Wenn wir nicht hinschauen, dann wirkt diese Welt jedoch ebenso stark und mächtig, nur eben, ohne dass wir es bewusst mitbekommen. Dann lenkt diese Welt uns ohne unser Zutun. Und wir können weder die Quellen finden, die uns tragen und für uns wirken, noch die Gegenwart und die Zukunft aktiv gestalten.

Das ist einer der tieferen Gründe, warum ich mich gerade nicht zurückziehe und hinter den kuscheligen Mauern meiner schönen Praxis im Grünen eine angenehme Session nach der anderen mache. Es ist ein Grund warum ich auch unbequem bin, Widerstand wecke und auf – ich hoffe überwiegend liebevolle Weise – störe.

Denn ich möchte dafür werben, dass wir Menschen unsere Gegenwart und Zukunft aktiv gestalten! Dass wir uns weder verführen noch manipulieren lassen, weder verzweifeln, noch aufgeben, noch der Gewalt gegen uns selbst und andere verfallen, sondern uns unserer Möglichkeiten und Potentiale bewusst werden! Unsere Verantwortung und unsere tiefe innere Freude im Herzen leben können. Sie ist da. Ganz nah. Wir müssen aber, allein UND mit kundiger Führung, nach innen gehen.

In der inneren Welt, und nur in ihr, liegt der Schlüssel.

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Ich freue mich sehr, wenn ich Sie erreichen und berühren – und wenigstens ein wenig für das ganz geerdete Glück von Spiritualität und Psychologie begeistern kann! 🙂

Herzlich & mit besten Wünschen zu Pfingsten

Mantradevi

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