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In der „Zone der Verwirrung“ fühlt sich alles unklar an. Sinneseindrücke geraten durcheinander, Wichtiges und Unwichtiges verschwimmt, Außenreize kommen furchtbar nah oder durchdringen gleich das ganze Wesen, bis tief hinein in den Kern. Der Boden schwankt, die Gedanken rotieren, der Kopf brummt, das Handeln wird völlig ziellos. Und der Mensch ist zunehmend der Verzweiflung, oft auch den Tränen nah.

Kennen Sie das von sich selbst oder einer lieben, feinfühligen Seele in Ihrer Nähe?

Jeder hat solche Phasen schon erlebt, hochsensible Menschen jedoch, und besonders solche, die auch mit intellektueller Hochbegabung gesegnet sind, geraten sehr viel leichter in die „Zone der Verwirrung“ als andere.

In diesem Zustand ändert sich das Funktionieren des Menschen völlig, und wir können nicht mehr wie gewohnt auf unsere Ressourcen zugreifen. Es fühlt sich beängstigend, ja fast bedrohlich an, weil sowohl Identität als auch Orientierung ein wenig aufgelöst empfunden werden.

Gleichwohl ist wichtig zu verstehen: Es muss sich durchaus nicht um eine Pathologie im klinischen Sinne, um eine „psychische Störung“ handeln, wenn auch eine sorgfältige Abklärung Sinn macht und unbedingt zu empfehlen ist! (Es könnten hier verschiedene Problembereiche zusammenwirken, und das können Sie nur zusammen mit fachkundiger Hilfe wirklich herausfinden.)

Allgemein ist diese Form der Verwirrung jedoch ein Zustand, in den ein hochempfängliches Gehirn mit extremer Aufnahme- und Verarbeitungskapazität sehr leicht hineingeraten kann, wenn es zum Beispiel massiv überreizt ist. In Teil (Post vom 2.8.2017) erfahren Sie einen weiteren, wichtigen Grund.

Überreizung kann leicht und völlig unbeabsichtigt zustande kommen, sogar dann, wenn man begeistert und erfüllt an einer Sache arbeitet. Sie entsteht, wenn man dem Gehirn nicht regelmäßige Verarbeitungs- und Integrationsphasen gönnt, die Körpersignale nicht ebenso ernst nimmt wie die mentalen Impulse (Wünsche, Ziele…) und dem Nervensystem nicht mit einem gut strukturierten, idealerweise sehr rhythmischen Leben eine stabile, verlässliche Basis bietet.

Während es einem „durchschnittlich durchlässigen“ Menschen – bitte verzeiht, liebe gefühlvolle, feine, aber eben nicht HOCHsensible Wesen – an einem frühen Punkt der Verwirrung genügen würde, sich ein wenig zu sammeln, tief durchzuatmen, sich an seine Prioritäten zu erinnern – um dann, etwas langsamer und bewusster wahrscheinlich, aber fast schon wieder ganz normal den Tag fortzusetzen, kann ein solcher Zustand bei HSP und HBs sehr viel mehr Zuwendung und Ausdauer erfordern, um die Spannung zum Abklingen zu bringen. Ja, es kann Tage in Anspruch nehmen, sich zu regenerieren und, nervlich gesehen, wieder festen Boden unter den Füßen zu spüren!

 

Was kann akut helfen, aus der „Zone der Verwirrung“ auszusteigen und wieder in die Ruhe und Kraft zu finden?

Grundsätzlich gilt:

  • Für äußere Sicherheit sorgen.
  • Reize für eine Weile möglichst minimieren.
  • Dann aktiv Momente der Ruhe und Entspannung schaffen und eine kleine Weile bewusst aufrechterhalten.
  • Zuletzt etwas Zeit geben, bevor die Alltagsroutine fortgesetzt wird.

Zum Beispiel so:

Das, was man gerade tut, auf sichere Weise unterbrechen, frische Luft hineinlassen, von störenden Reizen zurückziehen (z.B. Augen schließen, von Geräuschen distanzieren, ggfs. Kopfhörer nutzen, eine angenehme Position finden) und den ganzen Körper spüren! Mit Hilfe des eigenen Gewichtes den Körper sinken lassen und entspannen, so gut es gerade geht – und eine Weile die Gedanken wirklich beiseite schieben!

 

Oder so:

  • Tief Atmen, insbesondere mit langer, bewussterhochsensibel körper ruhe zentrieren erdung hochbegabt beratung hamburg Ausatmung. Bleiben Sie so lange dabei, bis Sie sich ruhiger fühlen. (Mit der Atmung unterbricht man wirksam und rasch jedes Stressmuster in der Physiologie.)
  • In die Natur gehen, jetzt! Tief die frische Luft in sich einströmen lassen, einen Baum besuchen und seine Kraft spüren, Tiere beobachten, Vogelstimmen hören, flach auf den Boden legen und die Erde spüren, ihren Duft atmen … relax and enjoy!
  • Sich ruhig hinstellen, das Körpergewicht bewusst auf den eigenen Füßen spüren (Knie etwas locker halten) und mit angenehm empfundenen Druck den ganzen Körper von oben nach unten ausstreichen, mehrmals und in ruhigen Strichen, bis die eigenen Grenzen wieder spürbar werden.
  • Den Gedanken laut sagen: „STOPP. Jetzt denkt ihr an was Schönes!“ Malen Sie sich dann in allen Farben und mit allen Sinnen eine besonders schöne Situation der Vergangenheit aus, in der Sie sich wohl, stark und sicher gefühlt haben. (Falls Sie gerade denken, dass Sie das noch niemals nie in Ihrem Leben empfunden haben, dann malen Sie sich einfach phantasievoll eine solche potentielle Situation aus.) – und dann, ganz wichtig: Genießen Sie möglichst ausgiebig die angenehme, beruhigende Wirkung auf Ihren Körper!
  • Sich ruhig hinsetzen, alle Kommunikationsgeräte ausschalten und ganz bewusst etwas Warmes trinken, ohne sich abzulenken (möglichst weder Kaffee noch schwarzen/grünen Tee, auch wenn die Zappeligkeit es gerne hätte…). Dann den Sinnesempfindungen sehr aufmerksam folgen, dem Duft und Geschmack Raum geben, die Wärme in Mund, Speiseröhre und Magen spüren, die beruhigende Wirkung wahrnehmen. So lange dabeibleiben, bis ein sanftes Empfinden innerer Ruhe auftaucht – und dieses eine Weile vertiefen und auskosten!
  • Auch eine warme Dusche oder ein Bad mit beruhigenden Düften kann entlasten, falls der Kreislauf keine Probleme macht. Hilfreich werden oft Düfte wie Lavendel, Rose, Orange oder auch Vanille empfunden. Oder ein besonders hautzartes Schaumbad. Folgen Sie Ihrem Gespür und verwenden Sie immer nur biologische Produkte bester Qualität.
  • Und was tatsächlich immer hilft: Eine ayurvedische Selbstmassage mit warmem Öl! Dazu brauchen Sie lediglich ein paar Hintergrundinformationen, die Sie bei gut ausgebildeten Ayurveda-Therapeuten erhalten oder in der Fachliteratur finden.

Generell sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt: Es geht um Pause, Entlastung und die zielgerichtete Nutzung beruhigender, entspannender Sinneseindrücke.

 

Weniger ist mehr!hochsensibel hochbegabt kurse hilfe beratung hamburg online

Bleiben Sie nah am Körpererleben, spüren Sie Ihre Grenze, Ihr Gewicht, die Körperteile, die sich gut anfühlen und nutzen Sie alle Möglichkeiten zur Erdung, die Sie kennen!

 

Zwei Dinge möchte ich Ihnen abschließend ans Herz legen:

1. ) Bis sich ein sehr überreiztes Nervenkostüm beruhigt, kann es im Einzelfall dauern! Manchmal ein paar Tage, in denen Sie einfach besser auf sich achten müssen als normal! Verzichten Sie in dieser Zeit – ausnahmsweise 😉 ganz auf jede Selbstkritik! Machen Sie sich keine Vorwürfe. Sie können in Ruhe analysieren, was Sie verändern möchten, wenn es Ihnen besser geht! Aber seien Sie jetzt einfach gut mit sich! Wahrscheinlich wollten Sie nur alles ganz besonders gut erledigen … oder waren völlig gefesselt von einer großen Aufgabe … oder viel zu lange am Stück für einen anderen Menschen da. Sie wollten wahrscheinlich gar keinen Fehler machen! Deshalb verdienen Sie jetzt auch eine besonders liebevolle Behandlung, um sich bald wieder wohl zu fühlen.
2.) Nehmen Sie sich später, dann, wenn sich alles beruhigt hat, die Zeit mit einer vertrauenswürdigen, kompetenten Person zu sprechen, am besten mit einem Profi in Sachen Ganzheitlichkeit z.B. einem guten Heilpraktiker, Therapeuten, Ayurveda-Arzt etc. oder einer erfahrenen hochsensiblen Person, die gerne etwas älter sein darf. Analysieren Sie gemeinsam Ihre Lebensweise: Welchen Rhythmus brauchen Sie wirklich, um sich wohl zu fühlen? Wie viel Ruhe tut Ihren Nerven gut? Wo können Sie sinnvolle Pausen einfügen und so Ihre Leistungsfähigkeit verbessern? Wie könnte Ihr Leben sein, wenn Sie sich wirklich richtig wohl in Ihrer Haut fühlen?

Es gibt ganz wunderbare Wege. Trauen Sie sich, Hilfe zu suchen und die Freuden des Daseins ganz neu zu entdecken.

Herzlich

Mantradevi

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